Antifaschistisches Gedenken in Witten und Hagen

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Der Krieg, das Morden und das Sterben tausender Menschen ging noch einige Monate weiter. Insgesamt fielen der Vernichtungsideologie mindestens sieben Millionen Menschen im Holocaust den Nazis zum Opfer.

81 Jahre später gibt es so gut wie keine Zeitzeugen mehr, um über die Verbrechen der Nazis aufzuklären. In einer Zeit, wo rechte Kräfte wieder an Macht gewinnen und die Verbrechen verharmlosen, pauschalisieren oder gar leugnen, ist es unsere Aufgabe als Antifaschisten das Gedenken und die Geschichten der Verstorbenen hochzuhalten.

In Gedenken an:

Aus Witten

Friedrich Wilhelm Espenhahn, der als katholischer Küster, Kritik an der NSDAP äußerte und sich im Gefängnis erhang.

Wilhelm Erdmann, der als Homosexueller verfolgt wurde, in verschiedenen KZs einsaß und in Dachau verstarb.

Anna Marx, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens von der Wittener SA, misshandelt und in Auschwitz ermordet wurde.

Adolf Fuchs, der als Vorsitzender der Wittener SPD und Journalist sich immer kritisch gegenüber den Nazis äußerte, musste fliehen, wurde gefasst und in Auschwitz ermordet.

Christian Bliemetsrieder, der als KPD Mitglied und Teil des antifaschistischen Kampfbundes Witten, verhaftet wurde, im „Tränenkeller“ gefoltert und an seinen Misshandlungen und Traumatisierung wenig später im Krankenhaus verstarb.

Hermann Strauß, der als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Wittens im Fadenkreuz der Nazis war und mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert und in Treblinka ermordet wurde.

Den Inhaftierten und Gequälten im KZ Buchenwald Außenlager in Witten Annen.

Aus Hagen

Otto und Ella Sachs, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens drangsaliert, auf der Flucht verraten und in Sobibor ermordet wurden.

Emma, Otto und Ruth Löwenstein, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens verfolgt und in Auschwitz ermordet wurden.

Johann Wißner, der Mitglied der KPD war und Widerstand leistete. Er überlebte eine seine Haft in Buchenwald und wurde kurz vor Kriegsende im Dortmund Romberpark erschossen.

Max und Berta Marcus, die versuchten 1939 Asyl außerhalb von Deutschland zu erhalten, was immer abgelehnt wurde und mussten zurück nach Deutschland. Berta Marcus wurde vermutlich im Ghetto Zamośc ermordet.

Jenny Sonnenberg, sie wurde nach Polen ausgewiesen und an einem unbekannten Ort ermordet.

Der jüdischen Gemeinde in Witten und Hagen, die ihre Gotteshäuser 1938 verloren und drangsaliert, deportiert und zum großen Teil ermordet wurden.

Ihnen und allen anderen Opfern der Nationalsozialisten in Witten, Hagen und überall gilt unser Gedenken. Wir kämpfen für eine Welt, in der sich so ein Leid niemals wiederholen kann. Nie wieder Faschismus!