Wichtige Infos und Anreisen zur Vorabenddemo in Witten

Nach anderthalb Monaten großer Mobilisierung und unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit ist es bald soweit: Die erste revolutionäre Vorabenddemo in Witten findet statt!

Kommt alle am Donnerstag, den 30. April 2026 um 19 Uhr zum Witten Hbf.

Wir haben ganz viel vorbereitet und wollen euch im Folgenden darüber informieren 🙂

-Startpunkt: 19 Uhr Witten HBF und Ende voraussichtlich gegen 21:15 Uhr

-die vorderen Reihen werden von Frauen und Queers organisiert, liebe Männer bitte haltet euch daran

-bitte bringt keine National- und Parteifahnen mit, wir wollen nicht das Trennende, sondern das Verbindende darstellen, also bringt gerne Fahnen und Banner zu Antifa, Feminismus, Queer Pride, Klassenkampf und Solidarität mit

-es gibt einen Vorsänger und Trommler vorne, sowie Zettel mit Parolen

ein Awarenssteam ist an lila Westen und Leuchtstäben erkennbar. Das Team wird sich gleichmäßig über die Demo verteilen:

Wir wünschen uns eine Demonstration, auf der sich grundsätzlich alle wohlfühlen können und persönliche Grenzen gewahrt werden. Für uns alle gilt es, Ausgrenzung und Ungleichheit abzubauen und kein grenzüberschreitendes Verhalten zu akzeptieren. Wir unterstützen euch, wenn ihr euch, egal aus welchem Grund, unwohl fühlt, Situationen beobachtet habt oder selbst betroffen seid. Wir sind alle für ein respektvolles Miteinander und eine gute Stimmung verantwortlich! Wendet euch an das Team, wenn ihr euch unwohl fühlt und Unterstützung braucht.

-wir haben die Polizeibeobachter*innen aus Bochum da, lasst euch nicht von der Polizei provozieren und gebt den Polizeibeobachter*innen die Möglichkeit, Konflikte mit der Polizei zu deeskalieren

-wir haben zwei Demosanis dabei

-es werden noch Ordner*innen gesucht, meldet euch dafür am Lauti

-bei der Zwischenkundgebung und am Ende wird es noch musikalische Angebote geben, also bleibt gerne noch etwas

-nach der Demo ist das Trotz Allem geöffnet mit Musik und Getränken

-bringt Bargeld mit, es wird ein käuflich erwerbbares Andenken geben (Geld geht in die Repressionskasse)

Da im Zuge der Konkurrenzveranstaltung immer wieder falsche Tatsachen verbreitet wurden, ein paar Worte zum Nahost-Konflikt-Thema:

Wir sehen es als ein großes Problem an, dass sich Linke anhand solcher Themen, wo keine einfache Lösung möglich ist, aufreiben und vereinzeln. Wir denken, dass es strategisch sinnvoll ist, mit allen Kräften zusammenzuarbeiten, die sich in einem gewissen humanistischen Werterahmen befinden (kein Rassismus, kein Antisemitismus, keine Queer- und Frauenfeindlichkeit etc) und nicht bei jeder Gruppe/Struktur oder linken Person Maßstäbe anlegen, die ausschließlich mit den eigenen Vorstellungen zu jedem gesellschaftlichen Thema übereinstimmen. Erstens nicht, weil wir dann alleine darstehen, zum anderen, weil wir selbst zu unterschiedlichen Themen, unterschiedliche Meinungen und Wissensstände haben. Das muss auch in Ordnung sein, gerade hier, wo wir gemeinsam gegen die direkten Probleme, die uns betreffen, kämpfen. Das ist zum Beispiel der Kampf gegen den Faschismus oder soziale Ungerechtigkeit. Auf diesem Feld können wir als solidarische Linke wirkmächtig sein. Für die Lösung des Nahost-Konflikts können wir nicht primär sorgen, daran wird sich nichts ändern, egal welche Position Gruppe xy in Deutschland hat. Insbesondere in unseren kleinen Kreisen. Unsere Demo und unser Aufruf ist bewusst so offen, allgemein und lokal gefasst, dass wir verschiedene Positionen zulassen können. Wir kennen das Gefühl gut, gegen eine rechte Übermacht zu stehen. Deswegen wollen wir eine große und kämpferische Demo machen, wo wir uns nicht mehr so alleine fühlen.

Dafür kriegen wir von ganz vielen Seiten Support, großes Dankeschön, an alle die uns kritisch solidarisch zur Seite stehen.

Es gibt eine ganze Menge Anreisen, wenn ihr nicht alleine fahren wollt, dann nutzt gerne folgende Zuganreisen:

Bochum I: 18 Uhr Buddenbergplatz (Hbf Hinterausgang)

Bochum II: 18:30 Uhr  vor dem Hbf, erkennbar an roten Westen und Schild

Dortmund: 18:15 Uhr Hbf Nordausgang

Münster: 16:37 Uhr, RE42, Hbf

Hagen: 18 Uhr Hbf

Herne: 17:45 Bf

Wanne: 17:45 Hbf

Den Zuständen keine Ruhr! Wir bleiben Antifa! Solidarisch, zusammen, kämpfend!

Revolutionäre Vorabenddemo in Witten 2026

Den Zuständen keine Ruhr!

Wir bleiben Antifa!

Gemeinsam – solidarisch – kämpfend.

Wir wollen nicht aufgeben, wir wollen nach vorne kommen. Weiterhin gemeinsam, solidarisch kämpfen! Auch wenn sich jetzt gerade viele ins Private zurückziehen, unpolitisch werden, Angst haben, vor den Rechten einzuknicken, die Augen verschließen, sie gewähren lassen, sagen wir: Wir bleiben Antifa!

Ja ja, es ist alles scheiße. Die Nachrichten sind scheiße, die Wahlergebnisse sind scheiße, die Zukunftsprognosen sind scheiße. Man will das alles nicht mehr hören, Gespräche verstummen, wenn es um aktuelle gesellschaftliche Themen geht oder man verfällt in Ironie und Polemik. Es ist zum verzweifeln. 

Und ja, Verzweiflung und Frust haben ihre Berechtigung und auch dieses Empfinden darf Raum fordern. Was nicht passieren darf, ist, dass wir uns darin verlieren oder gar geschlagen geben. Denn genau das, gehört zu den Strategien faschistischer Machtergreifung, das Bild eines überstarken Gegners zu kreieren. Vereinzelung, Vereinsamung und das Gefühl von Aussichts und Machtlosigkeit ersticken Gegenwehr gezielt. 

Nicht mit uns, darauf haben wir keinen Bock! Wir stehen miteinander, füreinander ein. Freude, Fürsorge und Gemeinschaft sind Teil des Widerstands! 

Dabei sehen wir uns in der Tradition antifaschistischer und linker Kräfte im Ruhrgebiet. Ob es die großen anarchistischen und kommunistischen Gewerkschaften des 19. Jhr. waren, der Aufstand der roten Ruhr Armee für eine Befreiung der Arbeiter*innen im Jahr 1920, der offene und klandestin organisierte Widerstand im Nationalsozialismus, die großen Streikbewegungen im 20. Jhr., die Hausbesetzungen in den 90ern oder die vielfälten Proteste gegen die Neue Rechte. Auch wenn die Situation und Lebenslage noch so schlimm war, gab es immer Menschen, die Haltung zeigten, aufgestanden sind, sich organisiert haben und für eine bessere Welt gekämpft haben. Sie inspirieren uns! 

Das heißt für uns auch, uns historisch nicht nur an unseren Vorbildern zu orientieren, sondern immer wieder auch die Systematik und Struktur faschistischer Aufschwünge der Vergangenheit zu analysieren, um erkennen und transferieren zu können, welche Mechanismen gegen uns wirken und wie wir sie bekämpfen können

Also lassen auch wir den Zuständen keine Ruhr! Glauben wir an unsere Kraft und Cleverness. Gehen wir gemeinsam, solidarisch, kämpfend auf die Straße. Verbreiten wir unsere Inhalte von einer sozialen, feministischen und antifaschistischen Welt. Verbinden wir unsere Kämpfe, gehen konkrete Probleme an, entwickeln Strategien, um die Faschist*innen und den kapitalistischen Normalzustand zurückzudrängen, und stellen ihnen unsere Welt des Friedens, der Freiheit, der Freundschaft und der Gerechtigkeit entgegen. Denn trotz aller Widerstände, wir bleiben Antifa!

Raus zur revolutionären Vorabenddemo in Witten!
30. April 2026, 19 Uhr, Witten Hauptbahnhof
Wir wollen auf unserer Demo keine Partei- und Nationalfahnen, sowie keine linken Szenekonflikte. Seid auf unserer Demo solidarisch miteinander, nehmt Rücksicht auf die Personen, um euch herum und passt auf euch und eure Friends auf 🙂
Wir haben die Fackel aus Bochum übergeben bekommen. Checkt das nice Video auf Instagram aus:

https://www.instagram.com/reel/DVeRjgXDn14/?l=1

Antifaschistisches Gedenken in Witten und Hagen

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Der Krieg, das Morden und das Sterben tausender Menschen ging noch einige Monate weiter. Insgesamt fielen der Vernichtungsideologie mindestens sieben Millionen Menschen im Holocaust den Nazis zum Opfer.

81 Jahre später gibt es so gut wie keine Zeitzeugen mehr, um über die Verbrechen der Nazis aufzuklären. In einer Zeit, wo rechte Kräfte wieder an Macht gewinnen und die Verbrechen verharmlosen, pauschalisieren oder gar leugnen, ist es unsere Aufgabe als Antifaschisten das Gedenken und die Geschichten der Verstorbenen hochzuhalten.

In Gedenken an:

Aus Witten

Friedrich Wilhelm Espenhahn, der als katholischer Küster, Kritik an der NSDAP äußerte und sich im Gefängnis erhang.

Wilhelm Erdmann, der als Homosexueller verfolgt wurde, in verschiedenen KZs einsaß und in Dachau verstarb.

Anna Marx, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens von der Wittener SA, misshandelt und in Auschwitz ermordet wurde.

Adolf Fuchs, der als Vorsitzender der Wittener SPD und Journalist sich immer kritisch gegenüber den Nazis äußerte, musste fliehen, wurde gefasst und in Auschwitz ermordet.

Christian Bliemetsrieder, der als KPD Mitglied und Teil des antifaschistischen Kampfbundes Witten, verhaftet wurde, im „Tränenkeller“ gefoltert und an seinen Misshandlungen und Traumatisierung wenig später im Krankenhaus verstarb.

Hermann Strauß, der als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Wittens im Fadenkreuz der Nazis war und mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert und in Treblinka ermordet wurde.

Den Inhaftierten und Gequälten im KZ Buchenwald Außenlager in Witten Annen.

Aus Hagen

Otto und Ella Sachs, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens drangsaliert, auf der Flucht verraten und in Sobibor ermordet wurden.

Emma, Otto und Ruth Löwenstein, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens verfolgt und in Auschwitz ermordet wurden.

Johann Wißner, der Mitglied der KPD war und Widerstand leistete. Er überlebte eine seine Haft in Buchenwald und wurde kurz vor Kriegsende im Dortmund Romberpark erschossen.

Max und Berta Marcus, die versuchten 1939 Asyl außerhalb von Deutschland zu erhalten, was immer abgelehnt wurde und mussten zurück nach Deutschland. Berta Marcus wurde vermutlich im Ghetto Zamośc ermordet.

Jenny Sonnenberg, sie wurde nach Polen ausgewiesen und an einem unbekannten Ort ermordet.

Der jüdischen Gemeinde in Witten und Hagen, die ihre Gotteshäuser 1938 verloren und drangsaliert, deportiert und zum großen Teil ermordet wurden.

Ihnen und allen anderen Opfern der Nationalsozialisten in Witten, Hagen und überall gilt unser Gedenken. Wir kämpfen für eine Welt, in der sich so ein Leid niemals wiederholen kann. Nie wieder Faschismus!

Antifaschistischer Kommunalwahlkampf in Witten 2025

Nach der vorgezogenen Bundestagswahl mit großen „Brandmauer“-Protesten wirkte es teilweise, dass die zweite Wahl in diesem Jahr bei vielen Menschen als nicht so relevant wahrgenommen wurde, obwohl es für unser Leben vor Ort ganz konkret Einfluss hat. Vorweg kann man sagen, dass die AfD bei der Wahl viele Mandate in Witten und im EN-Kreis erringen konnte, aber in Vergleich zur Bundestagswahl doch eher verloren hat. Und somit rein in den Rückblick.

Der Wahlkampf (oder auch Wahlkrampf) 2025 begann in der Sommerpause und war für viele ein wachrütteln, als es hieß, dass Michael Hasenkamp, unterstützt durch die AfD, als Bürgermeisterkandidat antritt. Für die AfD letztendlich ein Fehler, weil die Menschen, die rechte Parteien wählen, wählen Logo und Farbe und keine Kandidaten, sodass Hasenkamp am Ende nur etwas mehr als 8% holte. Mal davon abgesehen, dass Hasenkamp ein sehr unsympathischer Mensch ist, was wir mit einer ausführlichen Recherche belegen konnten, was dazu führte, dass zumindest im demokratischen Spektrum links der CDU doch sehr weit Abstand genommen wurde. 

Wer keinen Abstand von rechten Akteuren nahm, war der Lokalteil der WAZ, die immer wieder durch Verharmlosung rechter Inhalte auffiel, während demokratische und linke Stimmen entweder keinen Platz fanden oder Gegenprotest diskreditiert wurde. Die Spitze des braunen Haufens war eine Vorstellung von Michael Hasenkamps Tochter Edda, die für die AfD kandierte und vermutlich als rechte Influencerin performen sollte, in der sie, ohne Einordnung und Widerspruch, Lügen verbreiten durfte. Zum Glück gab es dahingehend eine breite Kritik, die vermutlich zumindest das Abdrucken im Print verhindert hat. Schön, dass man immer wieder sehen konnte, dass den Hasenkamps breiter Widerspruch entgegengebracht wurde, in diesem Sinne oink oink, ihr Nazischweinchen.

Grundsätzlich merkte man in diesem Wahlkampf, dass die AfD im Ennepe-Ruhr-Kreis deutlich stärker geworden ist. Sie haben einige neue Akteure, die in vorderster Front stehen, haben viel mehr Plakate gehangen, mehr Infostände durchgeführt und eigene Kanäle auf Tiktok und Instagram aufgebaut (auch wenn die Videos und Inhalte wirklich turbo cringe sind).

In Witten blieben sie trotzdem recht unscheinbar. Lediglich eine Flut an Plakaten in schwindelerregender Höhe könnte den Eindruck erwecken, dass sie hier was reißen würden. Dass dieser Eindruck täuschte, sah man, wenn die AfD in Witten Infostände durchführen wollte. Immer waren in kürzester Zeit im Durchschnitt 30-40 Personen da, die der AfD laut contra  gaben. Daraufhin blieben sie auf ihren Zetteln sitzen, hockten deprimiert und gehässig an ihrem Infostand oder wurden mitunter sehr aggressiv. Gegenprotest wirkt!

Etwas anders sah es leider in anderen Städten im EN-Kreis aus, wo es auch immer wieder Gegenprotest gab (z.B. Herdecke, Gevelsberg oder Schwelm), jedoch bei weitem nicht immer und nicht in so großer Anzahl wie in Witten. Gleichzeitig mobilisierte die AfD in ihren internen aufgebauten Messengergruppen immer zu den Ständen, sodass sich jedes Mal eine unangenehme Stimmung ergab, wenn die rechten Trolle plötzlich auf der Straße waren und das Gefühl entstand, dass die AfD so viel Zuspruch bekommen würde. Für die Zukunft braucht es da mehr Solidarität und Unterstützung untereinander, um gemeinsam Laut gegen die AfD zu sein. Nämlich, und das haben die Proteste auch immer wieder gezeigt, gibt es viele Menschen, die sich für das Haltungzeigen bedanken und froh sind über stabilen Protest gegen die Faschisten.

Denn Haltung zeigen ist das Stichwort, wenn man sich anschaut, dass der AFD Kreisverband Ennepe-Ruhr auf dem Weg ist, die völkische Ideologie der neuen Rechten, Höcke, der Identitären und anderer Faschisten zu übernehmen. Unter der Führung von Alexander Maurer, Oliver Haarmann, Dieter Feldhaus (Nummernschild endet auf 18, ups, was ein Zufall) und Tim Csehan wird gerade die Faschisierung der Partei vorangetrieben. Neben dem Sommerfest mit extrem rechten Kadern in Schwelm, der Unterstützung der AfD Jugend in Gevelsberg und einem klandestinen Treffen mit Götz Kubitschek scheint dieser Prozess schon in vollen Zügen stattzufinden. Sie liefern damit weitere Argmunte für eine Einstufung als gesichert rechtsextrem des Verfassungsschutzes und für ein AfD-Verbot. Das wird sicherlich die Beamten in der Partei wie Jan Eickelmann (Feuerwehrmann) nicht besonders erfreuen. Naja, wer nicht mitzieht, wird nach alter faschistischer Tradition, ausgemerzt, so wie es Matthias Renkel gerade am eigenen Leib erfahren muss, der am letzten Samstag vor der Wahl von seinen Kameraden alleingelassen Flyer in der Wittener Innenstadt verteilt, während der Rest in Gevelsberg und Schwelm war.

Es kann also zusammengefasst werden, die AfD im Ennepe-Ruhr-Kreis ist besser aufgestellt und rechtsextremer als je zuvor und trotzdem war die Wahl nicht so erfolgreich wie erhofft. Das lazum einen daran, dass eine offene, demokratische Gesellschaft halt doch keinen Bock auf Hass, Hetze und Lügen hat und gleichzeitig es einen breiten und gut organisierten Widerspruch von Antifaschist*innen gab und gibt. Denn überall da, wo linke und antifaschistische Kräfte stark sind, um so schwächer waren die AfD Ergebnisse. Man kann also sagen, es lohnt sich, sich zu organisieren, entweder konkret gegen die AfD in Anti-Rechts-Bündnissen wie ENSSQ, Gevelsberg gegen rechts, Herdecke gegen rechts, den Omas gegen Rechts Sprockhövel, dem OAT Witten oder der Kampagne „Jugend gegen Faschismus“ (die eine super kämpferische Demo hatten) oder man setzt für etwas ein, entweder in linken Parteien, Projekten für Demokratie oder sozialen Orten wie dem Trotz Allem oder dem Atelier7.

Erst eine breite Zivilgesellschaft, in der die verschiedenen Akteure sich zusammen tun, kann auch der gemeinsame Feind bekämpft werden und eine antifaschistische, solidarische Alternative aufgebaut werden.

P.S. auch die Partei „die Heimat“ kandidierte für das Ruhrparlament und hing eine Handvoll Plakate in Witten auf und verteilte ein paar Flyer. Der Hauptakteur ist Jens Oberste-Berghaus, der kurz vor der Wahl noch geoutet wurde. Ansonsten waren die Nazis unscheinbar und kriegten daher in diesem Rückblick auch keinen Platz.

Jung, unbeliebt, gewaltaffin – die schnelle Karriere eines Neonazis

Wir stellen vor: Fidelis Balthasar Edelmann

Teilnehmer auf sämtlichen Neonaziveranstaltungen im Ruhrgebiet.

Fidelis Balthasar Edelmann, geboren und aufgewachsen als mittleres Kind (älterer Bruder, jüngere Schwester) in Witten, besuchte er bis zu seinem vorzeitigen Schulabbruch 2023 die 12. Klasse der Waldorfschule Blote Vogel in Witten Annen. Seine Mutter wohnt aktuell in Hagen, sein Vater in Dortmund. Er wird als exzentrischer, gewaltaffiner Außenseiter beschrieben, der durch rassistische und frauenfeindliche Aussagen immer wieder aneckte, sich selbstständig von der Klassen- und Schulgemeinschaft entfernte und sich das ein oder andere Mal prügelte. 
Nachdem er die Schule verlassen hatte, verläuft sich seine Spur. Fidelis war wohl einige Zeit bei der Bundeswehr, hat sie aber nach eigener Aussage freiwillig verlassen. Dann tauchte er 2024 im Dunstkreis der Jungen Alternative NRW (JA NRW) wieder auf. Diese waren zu diesem Zeitpunkt von führenden ehemaligen Akteuren der Identitären Bewegung (IB) durchzogen und wurden vom Verfassungsschutz beobachtet. Er nahm am „Heldengedenken“ am 17.11.2024 in Dortmund Syburg teil, welches von der JA organisiert wurde und zu dem nur intern geladen worden war. Ebenfalls nahm er am JA-Bundeskongress am 1.2.2025 in Apolda teil, wo sich die JA, um einem Verbot zuvorzukommen, offiziell selbst auflöste und große Teile Mitglied in der AfD wurden. Fidelis hingegen radikalisierte sich weiter und nahm nun fortwährend an sämtlichen Neonazidemonstrationen aus dem Spektrum der Partei „Die Heimat“ und anderere neonazisstischer Gruppen teil.  Auf diesen Demonstrationen inszeniert sich Fidelis  Balthasar Edelmann als stolzer Patriot und Träger von Reichskriegs- und „die Heimat“-Fahnen.
Dokumentation aller rechter Veranstaltungen mit der Beteiligung von Fidelis:
17.11.24 – „Heldengedenken“ der JA NRW in Dortmund Syburg
01.02.25 – JA-Kongress in Apolda
15.03.25 – Neonazidemo von „Jung & Stark“  in Essen
Foto Recherche Nord
26.04.25 – Querdenken- und Neonazidemo in Dortmund
Foto Recherche Nord
01.05.25 – Neonazidemo von der Partei „Die Heimat“ in Gelsenkirchen
Foto Recherche Nord

17.05.25 – Neonazidemo in Herford

Foto Recherche Nord
13.06.25 – Kennenlerntreffen von „die Heimat“ und Nazidemo in Essen
Instagram
Jung und gefährlich – der neue Nazinachwuchs

Seit rund einem Jahr gibt es ein neues (altes) Phänomen an Neonazis. Sie nennen sich Jung & Stark (JS), Deutsche Jugend voran (DJV) oder Der Störtrupp (DST) und bestehen aus sehr jungen, zum Teil minderjährigen Jugendlichen, die sich über die Sozialen Medien radikalisiert haben und durch den Aufstieg von AFD und Co bestärkt sehen. Wurde zuvor meist im Internet über Schwule, Ausländer und Grüne gehetzt, verlagert sich ihre Präsenz zunehmend in das Gesellschaftsbild. Sie sehen aus wie die Neonazis aus den 90er- und 2000er-Jahren, mit einschlägigen Kleidungsmarken und menschenverachtenden Slogans, auch die Glatze ist wieder ein Erkennungsmerkmal.

Während dies in Ostdeutschland schon länger eine ernstzunehmende Gefahr ist und zum Beispiel CSDs und Hausprojekte bedroht und angegriffen werden, kommt seit einigen Monaten dieses Phänomen auch (wieder) vermehrt in Westdeutschland auf. Hat man sich vorher insbesondere im Internet über sein Deutschsein bestärkt, ist das Bedürfnis groß, dies auch im realen Leben kund zu tun. Sah man vorher mal vereinzelt junge Nazis auftauchen, entstehen gerade überall kleinere Grüppchen an Jungnazis, die einen großen Geltungsdrang haben und sich untereinander schnell vernetzen. Ein sehr diffuses, nicht gefestigtes rechtes Weltbild, definiert sich über Gewalt und Stärke (oder Männlichkeit), ein nicht genau definiertes Deutschland und Deutschsein und insbesondere über den Hass auf Ausländer, Queers, die Regierung und Linke, die alle zusammengenommen die Gründe für alles Übel seien. Während etablierte Nazistrukturen, wie die Neonaziparteien „Die Heimat“ oder der „III. Weg“ zunächst Abstand von diesen Proleten und Maulhelden nahmen, ist zunehmend eine Annäherung zu erkennen. Insbesondere im Ruhrgebiet gab es in den letzten Wochen mehrere Naziaufmärsche, Kundgebungen und Vernetzungstreffen, an denen sehr viele, sehr junge Nazis wie Fidelis zusammen mit langjährigen erfahrenen Nazikadern teilnahmen.

Seit der Demonstration am 15.03.2025 in Essen nahm Fidelis an jeder Neonazidemonstration in der Umgebung teil. Genaue Beobachter stellen fest, sah es am Anfang noch so aus, dass Fidelis nur flüchtige Bekanntschaften hatte, sind nach drei Monaten gute Kontakte zu vielen Nazis geknüpft worden. Es zeichnet sich eine Neonazi-Bilderbuchkarriere ab. Während sich sein offen rechtes Weltbild schon früh bemerkbar machte, hat Fidelis jetzt den Schulterschluss zu Gleichgesinnten gefunden und sich für eine Karriere in extrem rechten Nazistrukturen entschieden.
Schöner Leben ohne Nazis
Wir warnen somit dringend vor dem Neonazi Fidelis Balthasar Edelmann, einem jungen, fanatischen und vernetzten Rechtsextremen, der die Abschaffung der demokratischen Grundordnung fordert und das multikulturelle Zusammenleben gefährdet. Wir möchten alle Menschen über das Treiben von Fidelis Balthasar Edelmann informieren und über die Gefährlichkeit des neuen Phänomens von gewaltbereiten Jungnazis aufklären. Wir freuen uns daher über jede Information, die dabei hilft, das Leben von Nazis unangenehmer zu gestalten und das Leben von Migranten, queeren Menschen und Menschen, die sich für ein solidarisches Miteinander einsetzen, sicherer zu machen.

Hurra, hurra, die Antifa ist da!

Rückblick auf fünf Wochen Straßenwahlkampf vor der Bundestagswahl

Die letzten Wochen standen für uns im Zeichen des antifaschistischen Widerstands gegen die AfD. Während die Partei sich als „bürgerlich“ inszeniert, ist klar: Sie ist mittlerweile ein riesiger parlamentarischer Arm des Faschismus in Deutschland. Entsprechend haben wir unseren Fokus auf sie und ihre Unterstützer*innen gelegt – auf der Straße, an ihren Wahlkampfständen und überall dort, wo sie versuchten, ihre Hetze zu verbreiten.
 
Der Kampf um die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum ist auch ein Kampf um Deutungshoheit. Deshalb haben sich stabile Antifas intensiv um AfD-Wahlplakate & einige ihrer Unterstützer gekümmert. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt war Witten nahezu frei von AfD-Propaganda.

Hierzu gibt es ein schönes Video, welches anonym eingesendet  wurde.

Vielen Dank an das Straßenwahlkampfteam 5845X!

Kein ruhiger Wahlkampf für die AfD

Nicht nur in Witten, sondern im gesamten Landkreis haben wir AfD-Stände besucht – und das nicht allein. Durch Mobilisierung war es möglich, regelmäßig mit vielen Menschen Präsenz zu zeigen und die AfD nicht ungestört agieren zu lassen. Ob in der Innenstadt oder auf Marktplätzen – überall wurden sie lautstark mit ihrer Hetze konfrontiert. Während die Partei sich gerne als „Opfer“ inszenierte, hat unser Widerstand gezeigt, dass ihr Wahlkampf nicht unwidersprochen bleibt.

Neben direkten Aktionen auf der Straße haben wir uns auch an Demonstrationen beteiligt, die gemeinsam mit breiten Bündnissen organisiert wurden. Alt und jung, Gewerkschaften, manche Parteimitglieder und Antifa-Gruppen – sie alle standen zusammen, um ein klares Zeichen gegen den Rechtsruck zu setzen. Die AfD ist nicht nur ein parlamentarisches Problem, sondern Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, die aktiv bekämpft werden muss.

CDU oder Antifa? Die Antwort ist klar. 2500 Menschen setzten in Witten ein lautes Zeichen gegen den Rechtsruck.

Deshalb haben wir uns in den letzten Wochen konsequent gegen die AfD und ihre Strukturen gestellt und werden das auch weiter tun. Denn antifaschistischer Widerstand ist nicht nur notwendig, sondern unsere Pflicht. Wenn auch ihr euch antifaschistisch organisieren wollt und Hilfe dabei braucht, schreibt uns gerne an. 

Alle zusammen gegen den Faschismus!
Kein ruhiges Hinterland für die AfD und ihre Fans!
Unsere Alternative heißt Solidarität!

Kein Gedenken deutscher Faschisten! Antifa Intervention am 17. November!

Am sogenannten „Volkstrauertag“ mobilisierte der Bezirksverband Südwestfalen-Ruhr der Jungen Alternative zu einer Propagandaveranstaltung an die gefallenen deutschen Soldaten beider Weltkriege zum reaktionären Denkmal auf der Hohensyburg.

Ursprünglich in der Weimarer Republik als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges eingeführt, wurde der Volkstrauertag unter den Nationalsozialisten 1934 in „Heldengedenktag“ umbenannt.
Ausgenommen von der ohnehin kaum stattgefundenen Entnazifizierung der frühen BRD, steht der Volkstrauertag heute zwar auch im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wie das Totengedenken des Bundespräsidenten verdeutlichen soll, die Instrumentalisierung des Gedenkens von ausschließlich deutschen Gefallenen erweist sich jedoch als historisch konstant und wird hier von der JA wohlwollend aufgegriffen.

Für uns ist klar: Ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus kann an einem solchen nationalistischen Tag niemals gelingen und zeugt von Heuchelei, wenn gleichzeitig der Täter und Kriegstreiber gedacht wird. So wurde am revisionistischen Denkmal, was von den Nationalsozialisten 1935 in Witten Heven gebaut wurde und wo letztes Jahr die Dortmunder Nazis gedachten, das Transparent aufgehangen. In Witten, Dortmund und überall – kein Gedenken den Faschisten!

Der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus ist der geeignete Tag, um den Opfern vom Nationalsozialismus zu gedenken!

Deshalb:
8. MAI FEIERTAG JETZT!

 

 

 

 

Solidarität mit dem anderen Osten! Soli-Party für Polylux!

Die AfD Wahlerfolge im Osten haben uns alle massiv erschüttert. Um diesen von hier irgendwie entgegenwirken zu können, veranstalten wir am 28.09. um 19 Uhr im Trotz Allem in Witten eine Soli-Party bei der die Einnahmen an das Polylux Netzwerk gespendet werden. Dieses unterstützt linke Projekte und soziokulturelle Zentren im Osten damit sie weiterhin existieren und finanzielle Unterstützung erhalten können. So werden an diesem Tag im Trotz zahlreiche Soli Drinks ausgeschenkt, die ihr gegen Spende genießen könnt. Wir freuen uns auf euch und auf eure Solidarität!

Es wird auch die Möglichkeit geben, Briefe an den Bundestag zu schreiben, um die Entlassung von Maja zu fordern. Free Maja -free all Antifas!

 

Free Maja! Schreibt dem Bundestag!

Die Situation rund um die inhaftierte antifaschistische Aktivist*in Maja hat sich leider noch immer nicht geändert. Maja sitzt weiterhin unter inhumanen Haftbedingungen in Ungarn.

Extrem besorgniserregend ist nach wie vor das Vorgehen der Generalstaatsanwaltschaft, das sich gegen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts richtet – ein Zustand, der völlig inakzeptabel ist und bislang nicht revidiert wurde. Trotzdem erhält das Thema leider fast keinerlei öffentliche Aufmerksamkeit, vor allem auf Regierungsebene. Obwohl wir uns als Antifa nicht auf die Regierung verlassen können und andere Wege gewählt werden müssen, rufen wir in diesem Fall dazu auf, sich auch an die Regierung zu wenden. Um den Druck zu erhöhen, rufen wir euch dazu auf, Briefe an die Bundesregierung zu schreiben.

Ladet euch die Flyer herunter (Free Maja Flyer), druckt sie aus, packt sie in Briefumschläge und sendet sie frankiert an die Adresse des Bundestags:
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Teilt den Aufruf und den Flyer mit Freund*innen damit das Thema endlich mehr Öffentlichkeit erhält!

Solidarität mit Maja – Free all Antifas!

„Dies ist in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar.“

So beschreibt die Bundesrechtsanwaltkammer das Vorgehen der Generalstaatsanwaltschaft (GenStA) gegen Antifaschist*in Maja, welche*r im Budapest-Komplex verdächtigt wird und seit Dezember 2023 als politische*r Gefangene*r in Dresden in Untersuchungshaft saß. Maja wurde am 28.06.24 in einer Nacht und Nebel Aktion aus der Zelle geholt und nach Ungarn ausgeliefert. Dies geschah, obwohl Majas Anwalt ankündigte Rechtsmittel beim Bundesverfassungsgericht einzulegen und das dann auch tat. Das Bundesverfassungsgericht untersagte die Auslieferung von Maja noch am selben Tag. Jedoch war Maja schon den österreichischen Behörden übergeben worden und die GenStA sah sich „nicht mehr in der Lage“, dem Erlass des obersten deutschen Gerichts Folge zu leisten. Dass Maja mit einem Helikopter an die österreichische Grenze gebracht und die Auslieferung mitten in der Nacht stattfand, bleibt hierbei nicht nebensächlich, vielmehr zeugt es von einem kalkulierten Vorgehen der GenStA, eine mögliche Verhinderung der Auslieferung, durch das BVerfG zu umgehen.

Gewaltenteilung passé?

Dass eine Exekutivbehörde sich aktiv einem möglichen Erlass des höchsten Legislativorgans entzieht, ist nicht nur ein Justizskandal, es untergräbt auch den – „auf den Demokratie“-Großdemonstrationen – so viel beschworenen Rechtsstaat und hebt damit schlichtweg Gewaltenteilung auf. Während im Februar die Verteidigung dieser Prinzipien von SPD bis FDP in aller Munde war, lässt sich jetzt nur ein bezeichnendes Schweigen wahrnehmen. Da meint man es dann wohl doch nicht so ernst mit dem „Schutz der Demokratie“.

Die Kriminalisierung von Antifaschist*innen und die damit einhergehende Repression erreicht durch das Vorgehen gegen Maja eine neue Dimension. Es statuiert ein beunruhigendes Exempel angesichts der Wahlerfolge der AfD und deren mögliche Regierungsbeteiligung. Düstere Zeiten für Antifaschist*innen in Deutschland. Doch das ist kein Anlass zur Resignation, lasst uns vielmehr weiter daran arbeiten, diejenigen zusammen zu bringen, die es ernst meinen mit dem Antifaschismus und eine wirkmächtige Bewegung aufbauen. Wir werden sie brauchen.

Solidarität mit Maja und allen inhaftierten und untergetauchten Antifaschist*innen!

Organisiert den antifaschistischen Widerstand!

FREE ALL ANTIFAS! FREE MAJA!

 

Quellen und Hintergründe:

https://www.n-tv.de/panorama/Deutschland-liefert-Maja-T-aus-unter-dubiosen-Umstaenden-article25059075.html

https://www.brak.de/presse/presseerklaerungen/der-brak-2024/offener-brief-kritik-an-auslieferung-brak-fordert-effektiven-rechtsschutz/

https://taz.de/Auslieferung-von-Antifaschistin/!6018089/

Auslieferung von Maja nach Ungarn – Statement BASC